TAGEBUCH WOCHE 14

Woche 14 – Ich kann es kaum glauben, wie die Zeit vergeht. Ich bin jetzt schon seit über 3 Monaten in Nicaragua. Ich hatte meine Hochphase, ich hatte meinen Tiefpunkt. Inzwischen bin ich definitiv im Alltag angekommen. Montag war ich in Managua und habe mich mit einem Freund getroffen. Wir waren im Metrocentro – Einkaufszentrum – und haben uns einen schönen Nachmittag gemacht. Am späten Nachmittag habe ich mich mit einem spanischen Dokumentarfilmer getroffen. Er war das erste Mal in Nicaragua, als er über die Revolution berichtet hat. Wir haben uns über meinen Film unterhalten, er hat mir ein paar Tipps gegeben. Am Ende hat er ein Exemplar meines Buches gekauft. Es war ein guter Tag! Eigentlich wollte mich Tocino nach Hause fahren. Er musste leider beruflich in Managua bleiben. Also haben wir uns auf einen Kuchen getroffen, danach bin ich mit dem Microbus nach Hause. Auf dem Heimweg hatte ich 10 neue Ideen für mein Buch. Ich habe mir alles in meinem Handy notiert. Nach meiner Ankunft war ich hundemüde nichtsdestotrotz bin ich ins Vía Vía und habe angefangen die Ideen auszuarbeiten.

Dort sehe ich Mario seit Langem das erste Mal wieder und freue mich sehr darüber. Er spielt Pool mit seinen Freunden. Ich setze mich an die Bar und muss lächelnd an eine Situation vor ein paar Wochen denken. Mario und ich haben 2 Stunden auf den Poeten gewartet, der uns später zu Balthazar Gutierrez, den Sutiaba-Experten, bringen sollte. Mario hat mir während der Wartezeit bedeutungsschwanger mein Jahreshoroskop für 2017 vorgelesen, 2017 – mein Jahr – es werden sich beruflich und privat alle Türen öffnen werden. Auch in der Liebe gab es fantastisch positive Aussichten. Eine große Liebe würde in mein Leben treten. Ich denke an die letzten Wochen und muss etwas ironisch lachen: Dengue Fieber, Infektionen, Parasiten in Magen und Darm, beruflich noch keine Angebote in Sicht, die Geld versprechen und die Dates, die ich hatte…! Edwin stellt mir in dem Moment ein Toña auf den Tresen, ich nehme einen großen Schluck davon, öffne mein Notizbuch und beginne die Ideen in Texte zu verwandeln.

Kurz später sehe ich einen Bekannten aus León, der seit über einem Jahr mit seiner dänischen Frau in Europa lebt. Er ist seit 3 Tagen zurück in León. Wir unterhalten uns ein wenig. Ich merke aber schon nach einigen Sätzen, dass die Rückkehr nicht ganz freiwillig stattgefunden hat. Er berichtet mir, dass er Arbeit in Dänemark gefunden hat. Er arbeitete in einem Bauhaus. Zwischen ihm und seiner Frau läuft es aber im Moment nicht so gut. Er bleibt jetzt vorerst in León, um frische Luft zu schnappen. Es ist sehr interessant über all die Jahre die verschiedenen Beziehungen zwischen Europäerinnen und Nicaraguanern zu beobachten. Viele stehen vor dem gleichen Problem: kulturelle Unterschiede. Einige Beziehungen funktionieren. Meist ist das dem immensen Verständnis der Frauen, die sie den Aktionen ihrer Ehemännern gegenüber bringen, zu verdanken.
Mit meinem Bekannten habe ich übrigens vor 3 Tagen auf Tinder gematcht. Ich wusste nicht, dass er zurück in León ist und habe ihm deshalb geschrieben, dass es mich wundert, dass er hier ist. Mit “hier” hat er Tinder verstanden und gleich geschrieben, er würde es nicht verwenden, nur so ein bisschen zum Schauen. Die App muss er wohl installiert haben, als das Flugzeug den Boden berührt hat.
Nachdem mein Bekannter das Lokal verlässt, schreibe ich weiter an meinen Gedichten. Ich merke, dass mich schon seit einer Stunde ein Europäer auf der anderen Seite der Bar beobachtet. Mario gesellt sich kurz zu mir und macht mich ebenfalls darauf aufmerksam. Keine 2 Minuten später steht er neben mir. Er fragt uns auf spanisch, ob wir aus Nicaragua seien. Mario und ich bejahen. Er ist Deutscher, 37. Reist schon seit 4 Jahren durch die Welt, fotografiert und verdient sich damit und mit Seminaren in Deutschland genug Geld, um weiterhin so durch die Gegend zu gondeln. Er ist mit seinem Motorrad unterwegs und macht vorwiegend Porträts von Kindern und Menschen in Armenvierteln. Er fragt uns, was wir machen. Wir erzählen ihm von unserem Dokumentarfilm und den Indigenen Gruppen, die wir besuchen. Da leuchten seine Augen. Wir wären genau die Verbindung, die er gesucht hätte für seine Aufnahmen in Nicaragua. Er hält eine 1-stündige Präsentation über seine Person und seine Arbeit, sein Idol David duChemin, den ich später recherchiere und als besonders interessant empfinde. Alles was der deutsche Nomade erzählt, könnte von mir stammen: Es kommt nicht auf die Kamera drauf an, sondern welches Motiv man wählt, die non-verbale Kommunikation von Photograph und Objekt und Subjekt. All die Zeit über fokussiert er sich rein auf mich. Mario wird dabei völlig ignoriert. Als schlussendlich das Vía Vía zusperrt, gibt er mir seine Nummer und Kontaktdaten. Er bietet sich an Fotos für unsere Doku zu schießen, wenn wir ihn zu den Treffen mit den UreinwohnerInnen mitnehmen. Dann verabschiedet er sich. Ich bin etwas erledigt von dem Vortrag und schaue kopfschüttelnd zu Mario. Ich will ihn provozieren und sage naiv: “Der hat dich ja total ignoriert Mario.” Mario bleibt ganz ruhig und imitiert einen Wahrsager: “2017, die Liebe ist in deinem Leben angekommen.” Ich bekomme einen Lachkrampf und kann es kaum glauben, dass er ebenfalls an mein Jahreshoroskop gedacht hat. Dann zählt er mir all die Gründe auf, die dafür sprechen: Gleiches Alter, gleiche Kultur, gleiche Sprache, gleiche Leidenschaft, gleiche Ideologie. Ich muss weiterhin lachen. Er hat völlig recht. Trotzdem bin ich wenig Feuer und Flamme.

Am Dienstag habe ich meinen Reisepass abgeholt. Ich habe 83 weitere Tage in Nicaragua zur Verfügung. Darüber freue ich mich sehr. Ich überlege, ob ich eine Reise Mitte Juni mache, oder ob ich einfach nur über die Grenze nach Costa Rica fahre. Am Nachmittag ist mein Freund aus Managua nach León gekommen. Er hatte ein Date um 21 Uhr. Davor ist er mit Emma und mir zur Kakerlake eine Bohnensuppe essen gegangen. Im Anschluss waren wir im Vía Vía. Die Unterhaltung war nicht sonderlich prickelnd, also ist Emma ziemlich schnell nach Hause gegangen. Ich wollte mich auch einfach an die Bar setzen und an meinen Gedichten arbeiten. Gegen 21 Uhr dachte ich, es kann ja nicht mehr lange dauern, bis das Date auftaucht. Nach diversen Anrufen und Ausreden des Dates – musste nach Hause sich umziehen – hat noch etwas gegessen – musste seiner Mutter eine gute Nacht Geschichte vorlesen – ist er dann um 22:30 Uhr aufgetaucht. Ich bin sofort an die Bar und habe mir ein Bier bestellt. Es ist schon verrückt. 1,5 Stunden zu spät. Wer da wartet, muss es wirklich ernst meinen. Ich wär’ schon lange weg! Sie haben sich dann bis Mitternacht unterhalten. Als das Vía Vía zugesperrt hat, sind sie getrennte Wege gegangen. Aber morgen Früh werden sie sich zum Frühstück treffen.

Kate hat mich Mittwoch Abend eingeladen – Frauenabend – mit der Koordinatorin des Norwegerprogramms und Karime, Professorin für Latin America Studies aus Managua. Wir haben uns super unterhalten. Es war ein toller Abend. Besonders das Essen, das Kate gekocht hat, war einmalig. Eigentlich wollte ich nach Hause spazieren. Kate hat mir aber empfohlen ein Taxi zu nehmen, da letztens jemand in ihrem Viertel überfallen wurde. Wir warten auf das Taxi. Ich frage den relativ jungen Taxifahrer wie viel es kostet, er sagt 25 Cordobas. Ich bin überrascht, normal verlangen sie von Ausländerinnen automatisch 30, dann handele ich ein bisschen bis sie 25 sagen. Das ist heute also nicht nötig. Gut. Ich verabschiede mich von den Mädels. Wir fahren los. Er fragt mich, ob “Thank you very much” Tschüss bedeutet. Ich kläre ihn auf, dass Kate für mich gekocht hat und ich mich bei ihr dafür bedankt habe. Wir unterhalten uns etwas. Sein Name ist Lenin, er arbeitet seit 7 Monaten nachts als Taxifahrer. Je flüssiger das Gespräch wird, desto langsamer fährt Lenin. Für die 5-minütige Fahrt brauchen wir gefühlte 30 Minuten, in denen ich einiges über Lenins Leben erfahren habe. Tagsüber arbeitet Lenin mit schwer erziehbaren Kindern. Er hat keine Kinder mit seiner Ex-Frau. Er ist 30 Jahre alt. Seit 2 Jahren getrennt von seiner Frau. Ich provoziere ihn, in dem ich ihn auf Untreue hinweise. Er bleibt ruhig und negiert, das Problem wäre Kommunikation gewesen. Zwischenmenschliche Kommunikation, das ist mein Thema, jetzt wird es interessant. Trotz Schneckentempo sind wir an meinem Haus angekommen. Ich bedanke mich bei ihm. Er gibt mir seine Nummer. Er meinte er könnte mein neuer Taxifahrer meines Vertrauens werden. Wie ich in einem meiner ersten Tagebüchern berichtet habe, mein ehemaliger Taxifahrer Javier ist leider verstorben.

Ich beschwere mich, dass ich zu wenige Rückmeldungen auf meine Artikel bekomme. Dank Murphys Law erhalte ich daraufhin Rückmeldung, die hätte ich aber lieber nicht bekommen. Abgesehen von der Negativmeldung habe ich eine tolle Nachricht von einer Freundin aus Österreich erhalten. Es steht also 1:1 im Feedbackrennen. Bezüglich Arbeit: Ich bin wieder voll im Rennen, ich bin beim Fertigstellen meines 2. Buch, bearbeite meinen Blog, bin am Vorbereiten meiner Vorlesung nächste Woche und habe Nachricht vom Verein Hamburg e.V. erhalten. Sie würden sich sehr über meine Mitarbeit freuen, der Job ist jedoch ehrenamtlich und freiwillig.

Donnerstag nehme ich Noels Ratschlag “Maggie, du brauchst neue schwule Freunde” ernst und verabrede mich mit einem Freund zum Salsatanzen, er würde angeblich sehr gut tanzen. Wir stärken uns noch bei einem Taco mit Emma und Jamie und sind dann auch schon im Olla Quemada. Nach einem Tanz merke ich aber schon, dass er zwar Salsa tanzt, aber irgendwie nicht mit mir. Seine Augen sind bei allen Männern im Lokal. Gut, was habe ich mir auch erwartet. Nach 3 Tänzen ziehe ich mich an die Bar zurück, während er mit seinem Telefon beschäftigt ist. Nach zwei Stunden frage ich ihn, wen er denn so intensiv schreibt. Er sagt, er hätte eine Konversation mit seinem Ex-Freund, eventuell werden sie wieder ein Pärchen. Wie schön für ihn. In der Zwischenzeit lerne ich 2 Männer kennen, einer aus Stockholm, für 2 Tage in der Stadt, der andere aus León. Ich tanze mit Stockholm. Er bringt mich wenigstens zum Lachen. Ansonsten ist der Abend eher mau. Mein Freund verlässt das Lokal um 23 Uhr. Ich bleibe noch bis zum Schluss und fahr’ dann mit dem Taxi heim. Lenin habe ich leider nicht gesehen. Jetzt habe ich einen weiteren Anwärter für den Posten Taxifahrer-meines-Vertrauens, ich kann mich nur leider nicht mehr an seinen Namen erinnern.

Dieser Abschnitt ist speziell meiner Kartenrunde gewidmet:
Freitag, der Tag an dem sich ein großer Traum erfüllt hat. Erst war ich Geldabheben und ein bisschen Bummeln in der Stadt. Ich habe mir neue Kleider in Secondhandläden gekauft und bin dann noch zu dem Schuhladen, in dem ich schon öfter etwas gekauft habe. Eigentlich brauche ich neue Ballerinas, durch die extreme Sonne heizt sich der Asphalt auf und die Sohlen laufen sich sehr schnell ab.
Als ich ein paar Highheels sehe und anprobiere, bekomme ich gleich positive Rückmeldung von anderen Frauen. Gut eigentlich brauche ich Ballerinas, aber da heute 30 % Rabatttag ist, denke ich mir: Was kostet die Welt? Ich stöbere noch ein bisschen weiter, da sehe ganz unten in einem Regal rote Peeptoes und es scheint echtes Leder zu sein. Als ich mich bücke und sie aus dem Regal ziehe, merke ich bei der ersten Berührung, das ist spitzen Qualität! Ich ziehe sie langsam aus dem Fach und lese erst Paris und dann Louboutin. Ich blinzle mit den Augen, das muss ein Traum sein. Ich drehe die Schuhe sofort um und sehe die rote Sohle. OH MEIN GOTT!!! Es sind die schönsten Schuhe, die ich je gesehen habe, feinstes rotes Leder, Peeptoes, an der Ferse eine Ledermasche und zusätzlich noch ein feiner Riemen der sich um den Knöchel kuschelt. Obwohl mir die Schuhe 4 Nummern zu groß sind, schlüpfe ich hinein und für eine Sekunde hoffe ich sie würden passen. Das ist leider nicht der Fall, ich kann sie trotzdem nicht mehr ausziehen. Ich überlege 5 Minuten, wie ich sie passend machen könnte, Socken zwischen Ferse und Schuh quetschen, Fußprotese, Zehentransplantation. Ich trau’ mich gar nicht auf den Preis zu schauen. Ich weiß, sie wären super billig, das multipliziert den Schmerz um ein Tausendfaches.

Ich weiß nicht, was in meinem Leben momentan los ist, aber ich habe das Gefühl ich bin ein Raumschiff und navigiere durch einen Meteoritensturm. Kaum habe ich das Gefühl “so jetzt geht’s bergauf” kommt die nächste Hiobsbotschaft. Tocino hat mich Freitagabend abgeholt. Im Auto hat er mir berichtet, dass kommende Woche die letzte Woche für ihn in León sein wird. Ich wusste, dass er eventuell nach Managua ziehen muss, wir sind aber davon ausgegangen, dass liegt in ferner Zukunft. Ich war geschockt und konnte erst gar nicht fassen, was er gerade gesagt hat. Er muss beruflich nach Managua ziehen. Das gibt’s doch nicht. Er war so beschäftigt in letzter Zeit, dass ich ihn kaum gesehen habe und jetzt sagt er mir, dass er nach Managua ziehen muss, in einer Woche schon. Das ist nicht fair. Carlos ist eine der wichtigsten Personen in León für mich. Erst Noel, jetzt er. Ist das ein schlechter Witz? Will mich hier jemand fertig machen. Dann weiter so. Derjenige ist auf dem besten Weg. Zwei Minuten und 20 hilflos-gehauchte “Neins” meinerseits, müssen wir beide weinen. Er sagt, dass sich nichts ändern wird. Wir werden uns weiterhin sehen, er kommt nach León und ich kann ihn in Managua besuchen. Aber wir beide wissen, das Leben das wir kannten, ist vorbei. Er sagt, dass er vor einem Jahr nach Nicaragua gekommen ist. Der Abschied von Venezuela war heftig und schmerzte sehr. Jetzt hat er sich in León zu recht und neue Freunde gefunden und muss wieder umziehen. Trotzdem bleibt Carlos seiner Ideologie treu und sagt, wer weiß, was in Managua auf ihn wartet.

Am Samstag Mittag gehe ich mit Cena ins Pan y Paz. Tocino kommt dazu. Wir werden die nächste Woche jeden Tag miteinander verbringen meint er. Ich bin gespannt. Nach dem Mittagessen gehen wir ein Eis essen natürlich in der Eisdiele „Kiss Me“. Am Nachmittag gehe ich dann nach Hause bevor ich mich mit Emma, Cena und Tocino zum Anbendessen im Barbaro treffe. Ich halte aber nicht lange durch. Schon um Mitternacht verabschiede ich mich. Wir wollen morgen um 10 Uhr an den Strand fahren. An einen Ort, an dem ich noch nie war – die Surfing Turtle Lodge.

Aus 10 Uhr wurde natürlich nichts. Wir sind erst gegen Mittag los. ich bin zu Emma und Jamie spaziert. Tocino hat uns alle dort abgeholt. Cena ist nicht mitgekommen, sie hat gestern Nacht ihr Handy verloren, bzw. es wurde geklaut. Ich hatte meine Kamera dabei und habe gleich ein paar Aufnahmen für meinen Blog gemacht. Erst sind wir mit dem Boot von Poneloya 5 Minuten gefahren. Dann mussten wir 15-20 Minuten spazieren. Die Anreise war ganz schön aufwendig. Aber als ich die Anlage gesehen habe, war ich begeistert. Es sind, wie der Name „Surfing Turtle Lodge“ schon sagt, viele Surfer dort, sie haben aber auch eine Schildkrötenstation. 2 Arten legen dort im November die Eier. Im März schlüpfen dann die Kleinen. Komisch, dass ich da noch nie hin bin. Ich liebe doch Schildkröten. Wir haben es uns so richtig gut gehen lassen. Tocino hat sich gleich mit ein paar Leuten unterhalten und als er gesagt hat, dass er Venezolaner ist, wurde ihm mitgeteilt, dass dort ein Venezolaner angestellt ist. Wir sind schwimmen gegangen, haben Musik gehört, Jamie und Emma haben Tischtennis gespielt und später ist Jamie surfen gegangen. Es war wie im Traum, einfach nur herrlich. Und das direkt vor meiner Haustüre in León. Ich sollte öfter an den Strand fahren, denke ich mir noch, dann kommt auch schon der Venezolaner und stellt sich bei Tocino vor. Ich merke gleich, der hat ein Auge auf mich geworfen. Ich ignoriere ihn freundlich. Er und Tocino unterhalten sich, als würden sie sich schon 30 Jahre kennen. Ich denke mir, Österreicher würden das eher nicht. Man geht sich im Ausland eher aus dem Weg. Auch gerne zu Hause in Österreich – wir sind einfach Eigenbrödler. Tocino bietet dem Venezolaner sein Gästebett an, denn die Anstellung ist an diesem Abend zu Ende und am 4. April fliegt er nach Hause. Er freut sich darüber und bevor wir zusammenpacken sagt er noch, ich soll ihn bei Facebook hinzufügen. Ich nicke und denke mir: „Träum weiter.“ Die Heimfahrt war besonders lustig. Wir wurden den Weg, den wir vorher spaziert sind mit einem Pferdewagen kutschiert. Jamie hat einen Witz nach dem Anderen gemacht, sodass ich mich fast gar nicht halten konnte und vom Wagen gefallen bin. Zu hause merke ich, dass ich mein Strandtuch (Toalla) in der Surfing Turtle Lodge vergessen habe. Ich ärgere mich, da ich es mir meine Mutter in Mexiko gekauft hat und ich es sehr gerne mag. Da fällt mir ein, dass der Venezolaner morgen bei Carlos schläft. Er könnte es also mitnehmen. Ich füge ihn schlussendlich doch zu Facebook hinzu und bitte ihn um den Gefallen.

Abschließend ist zu sagen, dass diese Woche ihre Höhen und Tiefen hatte. Grundsätzlich geht es mir wieder gut in León, dass Tocino aber nach Managua zieht schmerzt. Ich will es mir gar nicht vorstellen. Die kommende Woche wird bestimmt sehr intensiv. Fortsetzung folgt…

MEINE FREUNDE
Noel (25): mein bester Freund (Nicaragua)
Tocino (Carlos, 38): mein sehr guter Freund – Chef eines Pharmalabors (Venezuela)
Jamie (28): Arzt – Freund von Emma (England)
Emma (28): meine Freundin – Freundin von Jamie (England)
Kate (30): Ehemalige Mitbewohnerin – Koordinatorin des norwegischen Austauschprogramms (Kanada)
Karime (): Professorin Latin American Studies (Nicaragua)
Cena (31): Englischlehrerin – Freundin von Tocino (USA)
Mario (25): mein Rechercheassistent (Nicaragua)
Toalla (26): Barkeeper Surfing Turtle Lodge (Venezuela)

LEUTE AUS LEON
Lenin (30): Taxifahrer bei Nacht – Betreuer von schwer erziehbaren Kindern bei Tag (Nicaragua)

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