Río San Juan

Im letzten Abschnitt meines Tagebuches Woche 10 habe ich bereits berichtet, wie aufregend die Reise am Río San Juan war. Die Bilder sind jetzt fertig und können hier begutachtet werden. Viel Spaß beim Durchklicken.

Juan Ardilla

Wer eine Reise an den Río San Juan plant, sollte sich unbedingt mit unserem Guide  Juan in Verbindung setzen. In all meinen Jahren in Nicaragua hatte ich keinen besseren Tourguide als ihn. Er war auf alles vorbereitet und hat uns förmlich jeden Wunsch von den Augen abgelesen.

17015929_1303844396369851_4200142081996096189_o

Juan Ardilla – Tourguide El Castillo – Río San Juan
+505 8938 8552 (Whatsapp)
rechtzeitige Reservierung vorab empfohlen /advanced reservation recommended

Juan arbeitet bereits 20 Jahre als Tourguide am Río San Juan. Er ist geboren in El Castillo und hat sein bisheriges Leben dort verbracht. Seit 15 Jahren ist er selbständiger Guide und betreut kleine wie große Gruppen. Die Abenteuertrips können je nach Lust und Laune ausgewählt werden, eine oder mehrere Nächte im Naturreservat Indio-Maíz oder sogar eine einwöchige Kayaktour von El Castillo bis zur Mündung ins Karibische Meer stehen zur Auswahl.

Juan hat zwei Töchter, eine davon hilft ihm bei den Vorbereitungen der Touren. Sie kocht ausgezeichnetes Gallo Pinto (Reis mit Bohnen). Juan selbst hat Fisch für uns vorbereitet und ihn uns über offenem Feuer am Fluss Bartola zum Abendessen gegrillt. Juan ist sehr ruhig und wirkt, als hätte er jede Situation unter Kontrolle. Jeden Extrawunsch, den ich habe, Gewürze, ein kaltes Bier, Rum für einen Coco Loco, erfüllt er mir. Erst sucht er in seinen diversen Kisten und wasserdichten Säcken und dann schwups, stellt er es auch schon zur Verfügung. Ich bin völlig überrascht und artikuliere meine Freude, dass er so gut vorbereitet ist. Das ist in Nicaragua KEINE Selbstverständlichkeit. Juan lacht wissend und erzählt, als er angefangen hat Touren zu begleiten, fehlte es an jedem Ende, er hatte nicht einmal Salz dabei. Über die Jahre hat er herausgefunden, was er alles braucht und auf was die Touristen wert legen. Besonders bemüht ist er mir gute Motive für meine Kamera zu liefern. Wir navigieren ganz langsam und pirschen uns nah an diverse Tiere heran, sodass ich tolle Aufnahmen von Leguanen, Affen, Schildkröten, Kaimane, usw. schießen kann.

Pro Woche kommen 40-50 Touristen in das kleine Dorf El Castillo, das allerdings nur in der Hochsaison (Februar und April). Im Moment regnet es kaum. In den anderen Monaten gibt es mindestens einmal pro Tag einen starken Regenschauer, die Luftfeuchtigkeit ist deshalb sehr hoch. Der Río San Juan entspringt im Nicaragua See und mündet nach 199 km in das karibische Meer. Der Fluss ist stetig 300 Meter breit, von Bartola, ca. 11 Km östlich von El Castillo, bis zur Mündung bildet das Flussufer die Grenze zwischen Costa Rica und Nicaragua.Der Fluss gehört auf seiner ganzen Länge zum nicaraguanischen Staatsgebiet. Ausnahme bildet der größte Mündungsarm “Río Colorado”, welcher sich 25 Kilometer vor der Mündung in einem Delta bildet, er fließt auf costa-ricanischem Staatsgebiet in die Karibik.

GESCHICHTE

1525 gelangen die ersten Spanier über den Río San Juan in den Nicaraguasee bis zur Stadt Granada. Unter der Anleitung Christoph Kolumbus suchten sie eine Verbindung des Sees mit dem Pazifik. Dies blieb jedoch erfolglos.
Im Jahr 1672 wurde von den spanischen Konquistadoren eine Festung am Ufer des Río San Juan gebaut, um die Stadt Granada vor den ständigen Piratenangriffen und englischen Schiffen zu schützen. Rund um die Festung “Castillo de la Inmaculada Concepción” entstand das Dorf El Castillo. Heute zählt El Castillo 2.834 EinwohnerInnen.
Die Eroberungsversuche von englischen Truppen konnten diverse Male abgewendet werden. 1780 belagerte jedoch eine englische Expeditionstruppe unter der Führung von Horatio Nelson die Festung und es gelang ihm nach ausdauernden Kämpfen El Castillo einzunehmen. Der Sieg war nicht von langer Dauer. Nelson hat sich mit Gelbfieber infiziert und reiste zurück nach England. Die verbliebenen Truppen wurden von diversen Tropenkrankheiten dezimiert und mussten schließlich ebenfalls den Rückzug antreten.

NICARAGUA-KANAL

Der Río San Juan trat Ende des 19. Jahrhunderts ins Zentrum der Verwirklichung eines Seeweges zwischen Atlantik und Pazifik. Dazu müsste der Fluss für Seeschiffe ausgebaut und ein Seeweg zwischen Nicaraguasee und Pazifik gebaut werden. Zur selben Zeit war bereits der Panama-Kanal in Planung, welcher letztendlich realisiert wurde.
Aktuell ist der Bau des Nicaragua-Kanals wieder in aller Munde. Das wäre für die Natur und die Naturreservate natürlich verheerend. Entlang des Río San Juan war in der Vergangenheit der Handel mit Tropenhölzern von hoher ökonomischer Bedeutung. Heute sieht man viele Agrarprodukte entlang des Flussufers. Vor allem Mais und Bananen stellen eine wichtige Einnahmequelle dar. Ich habe aber auch einige Kühe gesehen, die unter den Bäumen Schatten suchten. Des Weiteren soll die Plantagengesellschaft Palcasa eine großflächige Palmenplantage in diesem Gebiet betreiben. Sie erzeugen Palmöl.

AN- UND ABREISE EL CASTILLO

El Castillo ist von San Carlos aus mit einem Boot möglich, welches 2,5-3 Stunden in Anspruch nimmt. Ich empfehle einen Tag vorher anzureisen, da die Tour morgens um 8:30 Uhr beginnt. Unsere Tour endete gegen 13 Uhr. Wir haben zwar das Boot nach San Carlos um 14 Uhr erreicht, sind aber nicht bis León gekommen und mussten deshalb in Managua eine Nacht verbringen. Rückblickend wäre ich lieber eine zusätzliche Nacht in El Castillo geblieben und dann ganz Früh mit dem ersten Boot losgefahren.

ABENTEUERBERICHT

Wir waren zügig unterwegs. Gegen 14:45 Uhr waren am Ziel: San Carlos. Dort haben wir das Auto geparkt und unsere Boot ist um 15:15 Uhr abgefahren. Erst dachten wir, es wäre 16:30 Uhr, aber da haben wir uns wohl getäuscht. Egal, denn besser hätten wir es nicht planen können. Ich habe mir noch schnell eine Kappe gekauft, ich merke, dass die Sonne ganz schön brennt. Wir besteigen das lange dünne Boot und befinden uns auch schon am Rand des 300 Meter breiten und 199 KM langen Fluss San Juan. Die Wassermenge ist atemberaubend. 1,5 Stunden später liefern wir die ersten Reisenden in Bocas de Sabalo ab, bevor es noch eine Stunde zu unserem Ziel El Castillo weiter geht. Bereits als wir in den kleinen Hafen einlaufen, sehen wir ein Kamerateam Aufnahmen machen. Es scheint ziemlich professionell und international zu sein. Kurz darauf legen wir wieder ab und fahren mit dem Sonnenuntergang im Rücken weiter. In El Castillo wartet schon unser Tour Guide Juan am Steg. Er wird uns am nächsten Tag in den Dschungel begleiten. Auf dem Weg zu seinem Haus frage ich, wo denn unser Hotel die Grand River Lodge sei, das Willem online gebucht hat. Juan schaut verdutzt und meint, das sei 1,5 Stunden flussaufwärts. Wir können unseren Ohren nicht trauen. Nach kurzem Abchecken der Fakten erkennen wir, dass wir in El Castillo ein anderes Hotel finden müssen. Juan erklärt uns kurz den Ablauf der nächsten 2 Tage am Fluss und im Dschungel und empfiehlt uns 3 Hotels. Wir versuchen es im Chinandegano. Als wir dort ankommen, sagen sie, dass zufällig noch 3 Zimmer frei seien. Wir sind erfreut und beziehen die sehr einfachen und günstigen Zimmer. Während ich das Frühstück für den nächsten Tag 7:30 Uhr bestelle, kommt das Kamerateam über die Holztreppen hoch. Sie wohnen ebenfalls im Hotel Chinandegano. Ich sehe, dass 1 Mitarbeiter Nicaraguaner ist. Ich frage ihn, was sie denn drehen. Es ist eine Dokumentation über die Geschichte des Flusses San Juan, ein Projekt im Auftrag für eine deutsche Organisation. Die Regisseurin ist aus Belgien, lebt in Berlin. Sie ist nicht sonderlich daran interessiert mit mir zu reden und hält Abstand. Einige Minuten später kommt ein älterer Herr, der Kameramann, zu mir. Erst dachte ich, er sei Franzose, weil er einen europäischen Einschlag hat, dann aber sagt er, er sei aus Estelí. Die Nicaraguaner aus Estelí und Matagalpa sind etwas hellhäutiger und haben europäische Gesichtszüge, weil um 1900 Deutsche diese Region besiedelt und als erste Kaffee in Nicaragua angebaut haben. Er heißt Frank Pineda und hat eine Filmproduktionsfirma namens Camila Films. Als ich den Namen höre, werde ich hellhörig. Camila Films hat den erfolgreichsten nicaraguanischen Film “La Yuma” produziert. Er handelt von einer Boxerin. Auch “La Pantalla Desnuda” sorgte für Aufsehen. Dieser Film handelt von einem jungen Pärchen, das sich beim Geschlechtsverkehr filmt. Das gedrehte Material gelangt in die falschen Händen und verbreitet sich in der ganzen Stadt. Die Unvorsichtigkeit zerstört das Leben der beiden Teenager. Momentan läuft der aktuellste Dokumentarfilm von Camila Films in Managua in einem Kino. Er heißt “Girasoles de Nicaragua“und handelt von 18 Sexarbeiterinnen, die für ihre Rechte kämpfen. Frank interessiert sich für meinen Dokumentarfilm, bietet mir seine Hilfe an und wir tauschen Telefonnummern aus. Seit 5 Tagen drehen sie schon und werden noch 20 weitere Tage die Gegend unsicher machen. Danach bin ich auch schon mit Edwin, Willem, Gert und Marijke auf dem Weg in ein Restaurant. Wir sind am verhungern. Zurück im Hotel wird um 22:00 Uhr das Licht und das Internet ausgemacht. Mir blieb nichts anderes übrig, als ins Bett zu gehen.

Der nächste Tag fängt fantastisch an, der umliegende Dschungel ist in Nebel getaucht und wirkt besonders mystisch. Wir frühstücken ausgiebig und machen uns auf dem Weg zu unserem Guide Juan. Er erwartet uns schon. Die 2 Kayaks sind startbereit. Wir sind es auch. Um 8:45 Uhr verlassen wir El Castillo und paddeln 11 KM den flussabwärts bis wir den schmalen Nebenfluss Caño Bartola erreichen, welcher in den breiten San Juan mündet. Dort beginnt das Naturreservat Indio Maiz. Wir paddeln den Bartola einige Minuten flussaufwärts bis wir an einem Ufer Halt machen. Es ist inzwischen mittags. Juan kocht uns unser Mittagsessen während wir im Wasser schwimmen. Er reicht uns eine gekühlte Kokosnuss. Der Saft enthält viele Elektrolyte und gibt uns neue Kraft. Wir genießen das erfrischende Bad mit unserem Drink im Fluss und beobachten die beeindruckende Landschaft. Um uns herum hören wir Brüllaffen schreien. Manchmal wackeln die 30 Meter hohen Bäume und man sieht Spinnenaffen in den Ästen nach Nahrung suchen. Nach einer Siesta – ich habe kurz geschlafen – haben wir eine 2,5 stündige Wanderung durch das Naturreservat Indio Maiz gemacht. Juan erklärt uns diverse Pflanzen und dass wir sehr vorsichtig sein müssen, da viele Bäume mit Nadeln übersät sind. Dann zeigt er uns grüne Blätter. Er sagt, wir sollen alle ein Blatt abzupfen und das Ende auf die Spitze unserer Zunge legen. Ich spüre nichts und kaue deshalb das Blatt zwischen meinen Schneidezähnen. Die Masse vermischt sich mit meinem Speichel und ich schlucke kurz, als ich merke, dass ich meine Zungenspitze nicht mehr spüre. Juan lacht. Es ist ein natürliches Betäubungsmittel. Die Frauen am Land brauen daraus Tee und trinken diesen, wenn sie Kinder gebären. Das Antisepetikum ist überraschend stark, durch das Schlucken spüre ich nämlich auch meinen Gaumen und meinen Rachen kaum noch. Juan sagt, ich muss mir keine Sorgen machen. 20 Minuten später hat die Wirkung nachgelassen. Die Flora und Fauna sowie die Tiere sind atemberaubend. Ich habe viele Fotos und Videos für meinen Blog gemacht und bereits 3 Batterien und 2 Speicherkarten verbraucht. Hoffentlich hält der letzte Akku für den nächsten Tag. Danach schlagen wir weiter flussaufwärts des Caño Bartola unser Nachtlager auf. Juan hängt 1 Hängematte ins Geäst und zeigt mit dem Finger auf mich. “Dein Nachtlager Margarita!” sagt er. Ich probiere kurz mein Bett aus, da hängt er schon 2 weitere Hängematten neben mich für Willem und Edwin. Marijke und Gert dürfen auf einer aufblasbaren Luftmatratze schlafen. Im Geheimen bin ich froh, dass ich nicht am Boden liegen muss. Man weiß ja nie, welche Tierchen nachts vorbeischauen. Dann wird gefischt und das Abendessen zubereitet. Einen so gut organisierten Tourguide wie Juan habe ich in Nicaragua noch nie gesehen. Auf alle Wünsche ist er vorbereitet. Juan ist 41 Jahre alt und arbeitet schon seit 20 Jahren als Guide am Fluss San Juan. Seit 15 Jahren hat er sein eigenes kleines Tourbüro und die Gäste kommen alle über Mundpropaganda und Reservierung zu ihm. Das ist beeindruckend, denn El Castillo hat pro Woche in der Hochsaison maximal 40-50 Touristen.
Wir trinken gekühltes Bier während langsam die Sonne unter geht. Bis das Essen fertig ist, ist es stockfinster und ich kann kaum mein Essen am Teller erkennen. Mit meinem Handy bestrahle ich den gegrillten Fisch. Durch das Licht werden diverse Insekten angelockt. An einem Punkt merke ich, dass ich nicht ein Reiskörnchen, sondern eine Fliege zwischen den Zähnen habe. Ich bräuchte eine Stirnlampe wie sie Juan am Kopf trägt.
Nach dem Essen beginnt der unglaublichste Teil dieses Abenteuers. Es war anders als alles, das ich bis jetzt erlebt habe. Juan, Edwin, Gert und ich sind zurück auf’s Kayak und sind den Caño Bartola flussabwärts um Kaimane zu suchen. Es ist stockdunkel. Man sieht kaum die eigene Hand vor dem Gesicht. Ich nehme ganz Vorne im Kayak mit meiner Kamera in der Hand platz. Dann treiben wir langsam auf dem ins Schwarz getauchte Wasser dahin, über uns ein klarer mit strahlenden Sternen erleuchteter Himmel. Ich lege meinen Kopf in den Nacken, beobachte die Sterne, fühle die Ruhe der Nacht, höre das stille Treiben in den Büschen und Ästen und fühle mich als wäre ich ein Teil dieses Dschungels. Während ich mich von der Welt getragen fühle, flüstert Edwin, wie unheimlich doch das Szenario sei. Ich bin aus meinem Moment erwacht, kann sein Empfinden aber nicht teilen. Ich kann es manchmal selbst nicht erklären, aber ich fühle mich in Nicaragua so zu Hause und habe oft das Gefühl ich kenne die Gegenden schon. Deshalb habe ich auch keine Angst. Es ist mehr ein Nachhausekommen.
Wir sind seit ca. 45 Minuten unterwegs. Juan hat bereit einige Tiere ausfindig gemacht und auch immer darauf geachtet, dass ich ein gutes Foto machen kann. Beeindruckend war der wunderschöne grün blaue Basilisk Leguan. Wir treiben wieder dahin, weit und breit kein Kaiman in Aussicht. Juan meint, es gäbe lediglich 2 in dieser Gegend. Es wären noch Kleine mit ungefähr 1,5 Metern. Die ausgewachsenen Tiere wechseln dann in den Fluss San Juan, wo es mehr Nahrung für sie gibt und sie 3 bis 4 Meter groß werden. Ich bin in diesem Moment so eins mit der Natur, dass es mir relativ egal ist, ob wir einen Kaiman sehen oder nicht. Juan paddelt in die Richtung eines Ufers. Unser Boot wird von Gestrüpp im Wasser aufgehalten. Er steigt aus dem Boot ins ca. 1 Meter tiefe Wasser. Ich flüstere, er solle wieder ins Boot zurück, das ist doch verrückt und gefährlich. Ich sage noch er spinne, da packt er etwas mit seinen Armen und stürzt mit dem Oberkörper ins Wasser. Edwin, Gert und ich können nicht erkennen, was er macht, wir alle 3 haben aber einen Adrenalinstoß erhalten. Als Juan mit einem 2 Meter langem Kaiman auftaucht, stoßen wir alle 3 begeisterte Rufe aus. Wir können es nicht glauben, ein ‘Wow’ folgt dem anderen. Ich schieße diverse Fotos und versuche ein Video zu machen. Juan, der alte Haudegen, hat es doch glatt geschafft. Selbst nachdem er den Kaiman wieder ins Wasser setzt und er zwischen seinen Beinen in der Tiefe des Flusses verschwindet, berichten Edwin, Gert und ich uns immer wieder gegenseitig den Moment, als er den Kaiman gepackt hat und er ihn aus dem Wasser hochhebt. Wir haben den Kaiman am Boden nicht gesehen. Wie konnte das Juan nur wissen? Wir sind aufgedreht wie kleine Kinder. Juan sitzt wieder im Boot und macht mit uns Kehrt. Wir fahren ganz langsam zurück zu unserem Nachtlager. Was für ein Erlebnis. Es ist kaum zu beschreiben. Ich genieße noch mal den Moment am Caño, dann sind wir auch schon bei Marijke und Willem und erzählen ihnen von dem Erlebnis, während einer dem anderen ins Wort fällt und einer nach dem anderen nachmacht, wie Juan den Kaiman gepackt hat.
Die Nacht verläuft ganz gut. Ich wache zwar alle 2 Stunden auf, aber wenigsten kann ich schlafen. Besonders spannend wird es als ich ein Tier unter uns vorbei huschen und für eine Ewigkeit kauen höre. Es muss ein Nagetier sein. Um 6 Uhr wache ich auf. Es ist bereits hell. Die anderen Hängematten sind schon weggepackt. Ich habe am Längsten geschlafen. Juan kocht schon das Frühstück. Rühreier mit Tomate, Gallo Pinto und Tortillas. Kaffee gibt es auch schon. So kann der Tag starten, fehlt nur noch, dass er mir alles in der Hängematte serviert.
Heute paddeln wir zurück zum Fluss San Juan und wechseln in ein Motorboot. Juan will uns ein großes Krokodil präsentieren. Mindestens 5 Meter lang soll es sein. Da bin ich ja gespannt. Wir sind schon 2 Stunden unterwegs. Die Sonne brennt. 9:00 Uhr morgens, das ist die perfekte Zeit, meint Juan. Und dann sehen wir es auch schon 150 Meter weit entfernt am Ufer liegen. Als wir näher kommen verlässt es aber seine sichere Position und taucht ab. Verdammt. Ich hoffe ich habe es mit dem Teleobjektiv erwischt. Wir sehen wieder diverse Affenfamilien, 30-40 Spinnenaffen und Brüllaffen, sogar Kapuzineräffchen sind aufgetaucht. Am Ende fahren wir zu einem vor 150 Jahren gekenterten Schiff, das inzwischen durch den angeschwemmten Sand und Ästen eine Insel bildet. Wir machen einen kleinen Rundgang um 10:30 Uhr sind wir aber wieder am Boot und warten auf unsere Fähre, die uns schnell nach El Castillo zurückbringen soll. Wir haben schon zum Umsteigen unsere Sachen griffbereit, da taucht es auch schon hinter der Kurve auf. Juan gibt Signal, dass wir Umsteigen, da winkt der Kapitän der Fähre ab. Juan sagt, dass er 5 Plätze beim Firmenchef bestellt hat. Der Kapitän weiß aber von nichts und lässt uns kurzerhand zurück. Juan ist stinksauer. Mit dem Motorboot schaffen wir es nicht rechtzeitig zurück, das bedeutet wir verpassen unser Expressboot um 11:00 Uhr in El Castillo, sind dann nicht rechtzeitig um 15:00 Uhr in San Carlos und erreichen somit nicht den letzten Mikrobus um 20:00 Uhr nach León am Terminal in Managua.
Juan gibt alles, aber der Motor ist nicht stark genug. Wir erreichen El Castillo um 11:40 Uhr. Wir suchen einen Internetzugang und reservieren Zimmer in Managua. Dann gehen wir Mittagessen und nehmen das Expressboot um 14:00 Uhr. 3 Stunden später sind wir in San Carlos und steigen ins Auto um. Um 22:00 Uhr sind wir schließlich im Hotel in Managua und fix und fertig.

Fotos der Abenteuerreise

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s